Hi Gerhard,
das war etwas ungenau formuliert, sorry. Die genaue Regel laut
BPA Operations Manual ist:
No more than one Category 8 jumper per group, all other jumpers in any group must be FS1 parachutists.
Insofern hast Du Recht: wenn alle anderen FS1 (= WARP 10 erfolgreich abgeschlossen) haben, dann darf auch einer mitspringen, der noch nicht soweit ist.
Da wurde bei mir auch sehr genau drauf geachtet. Allerdings hab ich auch dort mit AFF angefangen und war deshalb als Schüler bekannt. Insofern musste mich niemand fragen, alle wussten, dass ich noch WARP machen musste.
Seit zwei oder drei Jahren hat sich aber insofern etwas geändert, als dass in Bad Lipp ein FAI Zertificat erforderlich ist.
Das eine hat meines Wissens nichts mit dem anderen zu tun. Ursprünglich brauchte man in Bad Lipp eine BPA-Versicherung. Das ist seit einigen Jahren nicht mehr nötig, es reicht eine deutsche Versicherung in Verbindung mit einer FAI-Lizenz. Die FAI-Lizenz bekommt aber, wie Du ja auch schreibst, jeder, der eine deutsche Lizenz hat und eine kleine Gebühr bezahlt. Insofern sagt eine vom DFV ausgestellt FAI-Lizenz nichts über das Können des Springers aus und das ist den Britten mit Sicherheit auch bewusst.
Ich denke aber, viele Vereine bzw. Sprunglätze außerhalb der BPA haben ähnliche Programme, die ja von Anfängern auch gerne angenommen werden.
Ich hab das ja auch nie als Alleinstellungsmerkmal von Bad Lipp dargestellt. Zumindest alle
BPA-Plätze sollten solche Programme anbieten. Was ich allerdings in dieser Form noch nirgends gesehen habe, ist die Preisgestaltung: der WARP-Student zahlt sein normales Ticket und 10,- EUR für das WARP-Instructor-Ticket (Anm.: Stand 2008, ich hoffe, der Preis stimmt noch).
Insgesamt geht es mir aber überhaupt nicht darum, einen Sprungplatz besonders hervorzuheben oder abzuwerten. Ich denke aber, dass es sehr sinnvoll ist, wenn sicher gestellt wird, dass Anfänger einen gewissen Mindeststandart an RW-Können erfüllen
müssen. Auch Freeflyer tracken / pullen immer noch auf dem Bauch. Insofern schaden gute RW-Skills auch niemandem.
Und diese Skills in einem gut strukturierten und standardisierten Verfahren zu lehren / lernen, sehe ich absolut nicht als Nachteil an. Schließlich wird auch AFF mit gutem Grund nicht in "individueller Gestaltung" gelehrt. Und wenn ich mit jemandem aus dem Flieger springe, den ich nicht kenne, der aber WARP gemacht hat, dann kann ich zumindest einigermaßen sicher sein, dass er mir bei der Separation nicht hinterher trackt. Bei "individueller Gestaltung" habe ich keine Ahnung, was der Springer gelernt hat und was leider vergessen wurde.
Blue skies
Olly
P.S.: hier noch die Links zu den WARP / FS1-Manuals der BPA:
FS Coaches Manual
FS Student Manual